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Steuern / Umsatzsteuer 
Dienstag, 17.04.2018

Zurechnung der Umsätze aus den Verkäufen über die Internet-Auktionsplattform "eBay"

Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied, dass die Umsätze aus Verkäufen über die Internet-Auktionsplattform “eBay” der Person zuzurechnen sind, unter deren Nutzernamen die Verkäufe ausgeführt wurden (Az. 1 K 2431/17).

Im vorliegenden Fall hatte der Kläger 2001 bei eBay ein Konto mit Nutzernamen und Passwort vor dem unbefugten Gebrauch durch Dritte eröffnet. Die Erlöse aus den Verkäufen unter seinem Nutzernamen wurden dem Bankkonto der Eheleute gutgeschrieben. Die Steuerfahndungsstelle richtete nach einer anonymen Anzeige ein Auskunftsersuchen an eBay über die unter dem Nutzernamen erzielten Umsätze. Daraufhin listete eBay bis Juni 2005 die einzelnen – über 1.000 – Verkäufe auf. Das Finanzamt gab zunächst den Eheleuten Umsatzsteuerbescheide bekannt, die diese anfochten. Nachdem das Finanzgericht deren Klage abgewiesen hatte, hob der Bundesfinanzhof es auf, da unklar sei, wem die Umsätze zuzurechnen seien.

Das FG Baden-Württemberg entschied, dass die Umsätze aus Verkäufen über eBay der Person zuzurechnen seien, unter deren Nutzernamen die Verkäufe ausgeführt wurden. Diese Person sei Unternehmer. Bei eBay stelle bereits das Einstellen in eine Auktion ein bindendes Angebot dar. Werde für die Internetauktion ausschließlich der Nutzernamen verwendet, sei derjenige, der das Verkaufsangebot unterbreite, “aus der verständigen Sicht des Meistbietenden diejenige Person im Rechtssinne, die sich diesen anonymen Nutzernamen von dem Unternehmen ‘eBay’ bei Eröffnung des Nutzerkontos hat zuweisen lassen.”

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Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.

Dipl.-Betriebswirt (FH) THOMAS PINNE
Dipl.-Ökonom KAI BACHMANN